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DACHGESCHOSSAUSBAU – SCHÄDEN VERMEIDEN – LESEPROBE  
Geschrieben von Rauch20034 am Donnerstag, 27. Januar 2011

Homepage bekannt machen / Werbung In vielen Prospekten, vor allem bei Baumärkten, werden elegant gekleidete Eigenheimbauer gezeigt, die schnell nebenbei ein Dachgeschoss ausbauen. Es wird mit dem „schnell mal die Wohnung neu tapezieren“ verglichen. Man verkauft es heute unter „Do it yourself“. Was sich ein Trockenbaumeister oder ein gut qualifizierter Trockenbau-Facharbeiter über Jahre angeeignet hat, kann man nicht nebenbei erledigen. Ohne handwerkliches Geschick sollte man keinen kompletten Dachausbau ausführen. Eine durchhängende Verkleidung der Dachschräge ist nur ein optischer Mangel. Die Funktionsfähigkeit des Dachgeschossausbaus wird dadurch nicht bzw. nur unerheblich beeinflusst. Viel wichtiger ist das Verständnis der komplizierten bauphysikalischen Zusammenhänge am ausgebauten Dach, damit die Konstruktion lange Zeit schadenfrei und funktionsfähig bleibt.


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0. Einleitung zum Dachgeschossausbau

In vielen Prospekten, vor allem bei Baumärkten, werden elegant gekleidete Eigenheimbauer gezeigt, die schnell nebenbei ein Dachgeschoss ausbauen. Es wird mit dem „schnell mal die Wohnung neu tapezieren“ verglichen. Man verkauft es heute unter „Do it yourself“. Was sich ein Trockenbaumeister oder ein gut qualifizierter Trockenbau-Facharbeiter über Jahre angeeignet hat, kann man nicht nebenbei erledigen. Ohne handwerkliches Geschick sollte man keinen kompletten Dachausbau ausführen. Eine durchhängende Verkleidung der Dachschräge ist nur ein optischer Mangel. Die Funktionsfähigkeit des Dachgeschossausbaus wird dadurch nicht bzw. nur unerheblich beeinflusst. Viel wichtiger ist das Verständnis der komplizierten bauphysikalischen Zusammenhänge am ausgebauten Dach, damit die Konstruktion lange Zeit schadenfrei und funktionsfähig bleibt.
In diesem Buch geht es schwerpunktmäßig um die Funktionsfähigkeit des Dachgeschosses in Bezug auf den Feuchteschutz, was eine Voraussetzung für eine effektive Wärmedämmung ist. Weiterhin gibt es ergänzende Hinweise zum Schall- sowie Brandschutz. Im Zuge der Harmonisierung der nationalen Normen sind hierzu neue europäische Normen erschienen. Danach sind die anwendungsrelevanten Eigenschaften von Bauteilen vom Systemanbieter durch entsprechende Nachweise zu bestätigen. Dies bedeutet: der Hersteller liefert einen Bausatz mit zugesicherten Systemeigenschaften, die die Austauschbarkeit von Komponenten weitgehend ausschließt. Präzise Ausführungshinweise (z.B. Schallschutz und Brandschutz) sind daher aus den Unterlagen (Produktkatalog oder Homepage) der Hersteller/Systemanbieter zu entnehmen.
In diesem Buch werden verschiedene Konstruktionsmöglichkeiten sowie eine Übersicht zu Baustoffen aufgezeigt, die als Orientierung für eine richtige Auswahl dienen sollen.

1. Probleme die zu Schäden beim Dachausbau führen

Die wesentliche Ursache für die Mängel sind fehlende Konzepte für eine einigermaßen funktionsfähige Luftdichtheit. In den Bauzeichnungen bzw. Baubeschreibung wird oft nur von einer Dämmung gesprochen. Ausschreibungen gibt es aus Kostengründen in den wenigsten Fällen. Gerade die Position Dampfsperre wird so allgemein wie nur möglich gehalten. In vielen Ausschreibungen fehlen diese sogar und werden mit der Unterspannbahn verwechselt. Eine ordentliche Ausführung ist sehr zeit- und äußerst kostenaufwendig, die ein sehr hohes handwerkliches Geschick erforderlich macht. In fast allen Sanierungsbaustellen mit Dachgeschossausbau, in den ich Untersuchungen durchführte, war keine ordnungsgemäße Fugenanbindung der Dampfbremse ausgeführt worden und es erfolgte eine Dampfkonvektion mit erheblicher Tauwasserbildung in der Dämmung oder an der Unterspannbahn.

3.1.2. Beispiele für eine ökologisch orientierte Dämmung

Nachfolgend werden Beispiele für eine ökologisch orientierte Aufsparrendämmung gezeigt. Das sind Konstruktionen mit einem größeren Wärmespeicherwert, was zu einer höheren Auskühlzeit führt. Auf diesem wohnklimatischen Vorteil wird im Punkt 4.2. näher eingegangen.

Bild 3.1.9.: Dachkonstruktion mit Lehmplatten und Zellulosedämmwolle. (Die Ausschreibung und die Arbeitsanleitung zur Herstellung sind aus der Quellenangabe zu entnehmen.) Das statische Gewicht (Massivlehmplatte 40 mm und 160 mm Zellulosedämmwolle ca. 45 kg/m² (/5/ S. 95) ...

Im Bild 3.2.5. wird ein Beispiel einer Dämmung an einer Giebelwand gezeigt. Diese Ausführung birgt eine hohe Gefahr der starken Abkühlung an den Anschlussstellen der Dachschräge zur Vorwand. Im Punkt 4. wird noch einmal ausführlicher auf die Zusammenhänge eingegangen. Das folgende Wärmebild wurde genau an einem solchen Anschluss, Schräge/Vorwand zur Außenwand aufgenommen (Bild 3.2.6.). Es wird deutlich, dass eine durchgängig fugendicht angebrachte Dampfbremse eine mögliche Schadensgefährdung reduziert. Daneben ist aber auch zu beachten, dass gerade bei Leichtbauwänden (Vorsatzswand) zusätzlich eine Wasserdampfdiffusion über Flankenübertragung gegeben sein kann. (Bild 3.2.7.)

Bild 3.2.5.: In diesem Bild wird eine Vorsatzwand als Metallständerwand CW 50/40 mit 40 mm Mineralwolle gezeigt. Als Wohnungstrennwand wird es kaum Feuchtigkeitsprobleme geben, abgesehen von der fugendichten (?) Anbindung der blauen Dampfbremse. Bei einer 24er außen liegenden Giebelwand gibt es eine Wärmebrücke. Das Gleiche sollte auch bei einer Innenwand beachtet werden, wenn die andere Dachseite ein ungedämmter Boden ist.(2) Fuge bei der Dampfbremse (1), unzweckmäßige Befestigung des Ständers an der Konstruktion (3) (/9/ S. 45)

Bild 3.2.6.: In diesem Wärmebild ist links die Dachschräge und in der Mitte bis nach rechts die Vorsatzwand. Rechts oben bis in die Mitte verläuft die eingebundene Mittelpfette. Sehr deutlich sind die Fugen an diesem Anschlussbereich Dachschräge/Vorwand zu erkennen. Es kommt zur erheblichen Abkühlung, siehe Isotherme. Diese Temperaturdifferenz von 3 K trat bereits bei einer Außentemperatur von ca. 3-4 °C auf. /15/

4.3. Tauwasser im Bauteil Dach
4.3.1. Fugen / Konvektion

Neben Wärmeverlusten durch Wärmebrückenbildung bewirkt auch der Luftdurchsatz durch die Fugen (Bild 4.2.1.) in Außenbauteilen erhebliche Wärmeverluste, die die Transmissionswärmeverluste erheblich übersteigen können. So kommt es, dass trotz einer starken Wärmedämmschicht ein verhältnismäßig hoher Heizenergiebedarf besteht. Diese Konvektion in den Fugen wird bei der u-Wert-Berechnung nicht berücksichtigt. Bei diesem Transport wird die Luft abgekühlt, und es kommt zur Kondensatbildung (Tauwasser) an den äußeren Bauteilsschichten.

Bild 4.3.1.: Beheiztes Versuchsdach mit herkömmlicher Zwischensparrendämmung (Fugen zwischen Dämmung und Sparren) und der Temperaturverlauf im Vergleich zum Sanierungssystem Dämmfix. (/21/ S. 51)

6.7. Beispiele für die Gestaltung

Beim Dachausbau können viele Gestaltungsmöglichkeiten realisiert werden. Neben den bereits in den anderen Abschnitten gezeigten Varianten, sollen hier noch einige zusätzliche Anregungen genannt werden.
Im Bild 6.7.1. wird ein ausgebauter Dachboden in einer Doppelhaushälfte gezeigt. Es wurde zusätzlich eine ca. 6 m² große Fläche als Zwischenboden eingezogen. Damit kann eine zusätzliche Schlaffläche für Gäste geschaffen werden. Der Zwischenboden besteht aus Kanthölzer die auf einem Rähm aufgelegt sind. Der Rähm und die Säulen sind zusätzlich mit der Kalksandsteinwand verdübelt. Der Belag besteht aus einer Dielung. Zur Gestaltung kann von unten zwischen die Balken eine Gipskartonplatte direkt angeschraubt werden. Die Farbgestaltung sollte hell sein, da die niedrige Decke (ca. 2,10 m) sonst noch mehr drückt. Die Balken werden mit Bienenwachs oder einer hellen Lasur versehen.

8.1. Ökologische und wirtschaftliche Gesichtspunkte zur Baustoffauswahl
8.1.2. Baustoffe – ihre Verwendung und Eigenschaften

…
Umweitverträgliche Materialien wählen
Kein Baumaterial ist von der Herstellung bis zur Entsorgung frei von Umweltbelastungen. Es gibt aber Materialien, die im Vergleich besser abschneiden und nach heutigem Erkenntnisstand als umweltverträglich gelten. Grundsätzlich sollte für die Wahl der Baumaterialien das Prinzip der Schadstoffminimierung gelten, es sollten Materialien verwendet werden, die möglichst wenig Schadstoffe emittieren und bei deren Herstellt und Beseitigung möglichst wenig umweltgefährdende Stoffe in die Umwelt gelangen. Ein unzweckmäßiger Einsatz von Schaffwolle erfordert chem. Insektenschutzmittel (Eulan, Mittin) und Borsalze als Flammenschutz und wird so zum Sondermüll. Dagegen treten bei der Mineral- oder Steinwollewolle nur bei der Verarbeitung und Entsorgung vertretbare Belastungen auf. Bei den bereits o.g. genannten Baustoffen werden ausgewählte Kriterien aufgeführt.

8.2.2. Dämmmaterial

Schafwolle
Wärmeleitfähigkeit λ [W/mK] 0,035 – 0,045
Diffusionswiderstandszahl μ 1 – 2
Gewicht kg/m3 10 -35v Günstige ökologische Aspekte
Günstige Energiebilanz; nachwachsender Rohstoff; hoher Flammpunkt 560 ºC schwer brennbar B2, gute Wärmedämmung; diffusionsoffen; feuchteausgleichend; langlebiges Produkt; elastisch; sorptionsfähig, hygroskopisch, kapillarleitfähig; Einsatz Decken, Fußboden, geneigtes Dach Negative ökologische Aspekte
z.T. festigkeitssteigernde Einlagen aus Polypropylengitter oder Polyesterstützfaser; chem. Insektenschutzmittel (Eulan, Mittin) 4 -8 % Borsalze als Flammenschutz

Schafwolle ist selbstverlöschend, die Wolle brennt nicht, sondern schmilzt, ohne abzutropfen. Sie gehört der Brandschutzklasse B2 an und darf somit nur in Wohngebäude mit max. zwei Vollgeschossen eingebaut werden. Wolldämmstoffe sind nur für einen Teil der technischen Anwendung geeignet und ihr technisches Langzeitverhalten ist kaum erprobt. (/53/ S. 62) …

Anlage 3: Montageanleitung von Ständerwände (/88/ S. 10)

Materialbedarf für eine Ständerwand
Der nachfolgende Materialbedarf für 1 m² Ständerwand ist auf eine Raumhöhe = 2,75 m und einer Wandlänge von 4,0 m bezogen und dient lediglich zur Orientierung. Im Dachgeschoss sind kleinere Wandflächen und durch die Anpassung an die Dachschrägen ergeben sich ein höherer Materialbedarf für die Unterkonstruktion und ein höherer Verschnitt an Gipskartonplatten. Die genauen Mengen sind vom jeweiligen System abhängig.
UW- Profil, Dichtungsstreifen je 0,7m
CW- Profil 2,0 m
Dämmung 40 mm 1,0 m²
Gipsplatte 2,0 m²
Spachtel 0,5 kg
Eckschutzschiene (nach Bedarf) lfm
Schnellbauschrauben TN 25 29 Stück
Bei doppelter Beplankung TN 25 12,5 Stück und TN 35 29 Stück


Montage
Allgemein:
- Profile (UD), die an flankierende Bauteile angrenzen, sind an Rückseite mit porösem Dichtungsstreifen wie Dichtungsband zu versehen. Bei Schallschutzanforderungen ist eine sorgfältige Abdichtung mit Trennwandkitt gem. DIN 4109, Beibl. 1, Abschn. 5.2. vor zunehmen. Das o.g. Dichtungsband ist in der Regel hierfür nicht geeignet.
Bei zu erwartenden Deckendurchbiegungen bis 10 mm starr anschließen, bei größeren Verformungen sind gleitende An ­schlüsse auszuführen.
- Die Profile oder Hölzer mit geeigneten Dübeln an die flankierenden Bauteile anschließen. Je nach Untergrund sind mindestens 3 Befestigungspunkte mit Abständen von max. 1,0 m zu wählen. Bei massiven Bauteilen können Drehstiftdübel und für nicht massive speziell für den Baustoff geeignete Dübel verwendet werden.

Montageverlauf:

1.) Wandverlauf an Boden, Decken und Wänden markieren. ….

Weitere Informationen unter: Dachbuch

Inhalt E-Handbuch (doc- und pdf-Datei) mit 218 Bilder/Zeichnungen (davon ca. 160 farbig), 12 Tab., 5 Anlagen und Online-Tools; ISBN 3-00-014242-8; (2004) mit aktuellen Ergänzungen 7/05,
CD Preis 20 Euro (inkl. Versand u. MwSt.) Bestellung über www.ib-rauch.de/email5.php
Druckversion der CD 24,50 Euro (inkl. Versand u. MwSt.)
Download Preis 10 Euro (inkl. Versand u. MwSt.) Bestellung über www.ib-rauch.de/email6.php

DACHGESCHOSSAUSBAU – SCHÄDEN VERMEIDEN – LESEPROBE

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